+++ Günstigere Ticketpreise im ÖPNV, mehr Radwege und Abstellanlagen, mehr Platz für Fußgänger sowie effizientere und modernere Bus und Bahnlinien sind dringend nötig! Danach über neue Megaprojekte nachdenken! +++

Zur Diskussion über die Gedankenspiele von Oberbürgermeister Jung erklärt Marco Böhme, Leipziger Landtagsabgeordnete und Sprecher für Klimaschutz und Mobilität der Fraktion DIE LINKE im sächsischen Landtag und Vorsitzender des LINKEN Stadtbezirksverbands Leipzig-Südwest:

Wir verschließen uns nicht der Diskussion über neue unterirdische Bahnlinien in Leipzig. Jede moderne Großstadt mit 700.000 Einwohnern hat eine richtige U-Bahn und ein gut verzweigtes Netz an ÖPNV Verbindungen. Es trägt dazu bei, den Autoverkehr in Leipzig zu reduzieren und einen Verkehrskollaps zu umgehen. Doch solche Milliardenprojekte werden nicht vor 2040 umgesetzt sein. Die Probleme die es schon heute gibt, müssen jetzt gelöst werden!
In Leipzig sind die Ticketpreise für den ÖPNV mit am teuersten – und das in einer Stadt mit unterdurchschnittlichen Einkommen. Hier fahren immer noch Standardmäßig über 40 Jahre alte, laute und nicht barrierefreie Tatra-Straßenbahnen. Es gibt immer noch nicht flächendeckend sichere und durchgehende Radfahrstreifen und Wege und noch zu wenige Abstellanlagen für Räder. Es fehlt ein Programm für eine ordentliche Gehwegsanierung um Stolperquellen für Fußgänger zu beseitigen. Statt Straßenbahnlinien einzukürzen, müssen diese ausgebaut werden. Es fehlen Visionen für neue Mobilitätskonzepte. Seien es überdachte Radwege, wirkliche Fahrrad(schnell)straßen, Mehr Tempo 30 Zonen – gerade vor Schulen und Senioreneinrichtungen -, neue Lieferkonzepte für Waren und Güter statt andauernden LKW Durchgangsverkehr. Der Straßenraum muss für die Menschen geöffnet werden – mit breiteren Fußwegen und Sitzmöglichkeiten statt überdimensionierten Parkplätzen.
Verursacher von Staus, Lärm, Luftverschmutzung und einem erheblichen Sicherheitsrisiko müssen mehr zur Kasse gebeten werden. Es kann nicht sein, dass man in Leipzig in der Innenstadt für 3 € am Tag mit dem Auto parken kann, für Hin- und Rückfahrt mit dem ÖPNV aber 5,20 € zahlt! Hier bedarf es dringenden Handlungsbedarf. Die ÖPNV-Ticketpreise müssen runter, die Parkgebühren rauf!
Die Stadt verkraftet keine weiteren 45.000 PkWs wie aktuell prognostiziert. Jeder PKW benötigt allein an Parkraumfläche 13,5 qm (1). Hochgerechnet sind das 0,6 Quadratkilometer die in Parkhäusern und Grünflächen verwirklicht werden müssten, nur fürs Parken! Hinzu kommt die Verkehrsfläche, was über 6 qkm bedeutet.
Es gibt so viele Konzepte und Ideen, einzig der politische Wille fehlt – im Rathaus wie auch im Land. Lasst uns endlich über die Umsetzung diskutieren!

(1) www.zukunft-mobilitaet.net/78246/analyse/flaechenbedarf-pkw-fahrrad-bus-strassenbahn-stadtbahn-fussgaenger-metro-bremsverzoegerung-vergleich

Zweiter City-Tunnel?! Zuerst die Grundbedürfnisse einer nachhaltigen Mobilität umsetzen!

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