Kategorien
Leipzig Pressemitteilungen Verkehr

Bundeswehr raus aus der Leipziger Messe – Militär-Einsätze sind kein Abenteuerurlaub – geschmacklose Werbung

Auf dem Leipziger Messegelände findet gerade die Touristik- und Caravaning-Messe 2019 statt und zeigt die neuesten Modelle von Zelten, Wohnwagen, E-Bikes und attraktive Reiseziele aus der Region wie auch dem Erzgebirge und der ganzen Welt. Ein Stand fällt dabei völlig aus dem Bild: Der große Stand der Bundeswehr in Halle 4 – der für neue Rekruten und Auslandseinsätze der Bundeswehr wirbt.

Dazu sagt Marco Böhme, mobilitätspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE und Besucher der Reisemesse:

Es ist völlig inakzeptabel, dass das Militär auf einer Urlaubs- und Freizeitmesse um neue Soldat*innen und ein gutes Image wirbt. Die Besucher*innen der Messe wollen sich über schöne Urlaubsziele informieren und nicht über Kriegsphantasien und auch nicht für Auslandseinsätze der Bundeswehr umworben werden. Ich finde es als eine Geschmacklosigkeit erster Güte, dass Militäreinsätze, bei denen ja immer auch Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden, hier im Stil eines Abenteuerurlaubs verkauft werden.

Die Bundeswehr nimmt immer mehr Raum im öffentlichen Leben unserer Gesellschaft ein, was ich entschieden ablehne. Sie hat aber weder etwas an Schulen und Universitäten noch an Freizeiteinrichtungen oder auf Urlaubsmessen zu suchen.

Wir fordern daher die Eigentümer der Leipziger Messe, den Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig, auf, künftig ein Verbot von militärischen Ständen auf Messeausstellungen zu erlassen, auch wenn wie in dem Fall der Touristik- und Caravaning Messe der Betreiber offiziell die Messe Stuttgart ist. In den Räumen des Freistaats bzw. der Stadt Leipzig soll dem Militär keine Bühne geliefert werden!

Die Sache selbst wird ein parlamentarisches Nachspiel haben. Ich werde mit einer Kleinen Anfrage an die Staatsregierung nachhaken und mich u.a. erkundigen, ob die Bundeswehr wenigstens auch wie alle anderen Messestände eine entsprechende Standmiete entrichtet hat oder sogar noch kostenfrei dort für schlechte Stimmung sorgen durfte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.