In verschiedenen Wahlforen sowie im Kandidierenden-Check des MDR haben Politiker*innen von CDU, AfD und FDP die Frage, auf welche Energieträger Sachsen künftig setzen solle, mit Atomkraft beantwortet. Zu diesem politischen Rückwärtsgang erklärt der energie- und klimaschutzpolitische Sprecher der Linksfraktion, Marco Böhme:

Wer im Wahlkampf damit wirbt, dass Sachsen künftig auf Atomkraft setzen soll, möge dann bitte schon vor dem 1. September verraten, wo denn das sächsische Atomkraftwerk – oder etwa gleich mehrere? – bitteschön errichtet werden soll. Da das ja für manche auch eine Strukturwandelmaßnahme fürs Kohlerevier ist, würde das wohl praktisch bedeuten, dass ein Atomkraftwerk in Böhlen, Neukieritzsch, Groitzsch, Pegau, Borna oder in der Lausitz gebaut wird.

Schon 2005 hatte sich der damalige Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Landtag für den Bau eines Kernkraftwerks an der Neiße ausgesprochen. Damals wie heute ging es den Fans der Atomkraft um die Abwehr der Windenergie. Das ist aber schlicht grotesk, denn wer möchte ein Atomkraftwerk vor die Haustür gesetzt bekommen? Und dann vielleicht noch als Zugabe das Atommüll-Endlager, für das gerade bundesweit ein Standort gesucht wird.

Die Abwendung der schlimmsten Folgen des Klimawandels kann man nicht mit hochgradig umweltgefährdenden Technologien wie der Atomenergie erreichen, zumal diese wiederum nur in großen zentralen Anlagen erzeugt werden kann und auf teure Uran-Importe angewiesen ist. Wir brauchen stattdessen eine dezentrale, erneuerbare Energieversorgung aus Wind und Sonne – ohne Kohle und Atom. Dazu muss dringend das Energie- und Klimaschutzprogramm des Freistaates erneuert werden, nachdem die CDU/SPD-Koalition dies blockiert hat.

Wir LINKE werden uns mit aller Kraft dagegen stellen, dass derartig absurde rückwärtsgewandte Ideen Wirklichkeit werden, die die Natur und Menschen gefährden, keinen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leistet und im Gegensatz zu erneuerbaren Energien unheimliche Kosten für Umwelt und Gesellschaft verursachen.

Diese Kandidierenden sind für Atomkraft: Michael Weickert, CDU (auf LVZ-Forum), Alexander Wiesner, AfD (ab 2:20 im Check), Karin Wilke, AfD (ab 2:45), Roberto Kuhnert, AfD (ab 3:40), Gerd Pasemann, AfD (auf LVZ-Forum), Albrecht Andreas Harlaß, AfD (ab Minute 2), Kaspar Mainz, FDP (ab 3:50), Judith Münch, FDP (auf LVZ-Forum), Heiko Schmuck, FDP (ab 3:45), Florian Groß, FDP (ab 2:20), Sebastian Drews, FDP (ab 3:40).

Wo in Sachsen wollen Atomkraft-Fans neues AKW bauen? Warnung vor gefährlichem Rückschritt in der Energiepolitik

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